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Malteser Siegen

Malteser Schulsanitätsdienst

Was ist das?

 

Wer Abenteuer bestehen will, möchte sich nicht einfach nur austoben, er setzt sein Wissen und seine Fähigkeiten ein und stellt sich neuen Herausforderungen. Auch Helfen kann ein Abenteuer sein: Immer wieder werden neue Situationen erlebt, man gewinnt neue Perspektiven und erkennt seine Grenzen. Ein Weg in diesen Erlebnis- und Entwicklungsprozessist das Projekt Schulsanitätsdienst. Schulsanitäter sind Schüler, die von den Maltesern in Erster Hilfe und im Umgang mit hilfsbedürftigen Menschen ausgebildet sind. Während der Unterrichtszeiten, in den Pausen sowie bei Schulveranstaltungen übernehmen die Schulsanitäter im Rahmen ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten den Sanitätsdienst.

Die Aufgaben des Schulsanitätsdienstes im Überblick:

  • Erstversorgung bei Unfällen, plötzlichen Erkrankungen und Vergiftungen im Rahmen der Möglichkeiten
  • Betreuung von in der Schule erkrankten oder verletzten Personen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes
  • Sanitätsdienstliche Betreuung von Schulsportfesten und Schulveranstaltungen
  • Regelmäßige Überprüfung und Ergänzung des Erste Hilfe-Materials in den Fachbereichen und Sporthallen sowie des Schulsanitätsdienst-Materials
  • Mitwirkung oder Mitgestaltung bei Feuerschutz-Übungen an der Schule
  • Angebote bei Projekttagen, Unterrichtsprojekten o. ä.
  • Mitwirkung bei der Unfallverhütung an der Schule

Was bringt das?

Sicherheit an der Schule
Der Schulsanitätsdienst ist ein wesentlicher Sicherheitsaspekt im Rahmen der  Erstversorgung. Die sanitätsdienstliche Absicherung in der Schule wird für Lehrer und Schüler deutlich verbessert. Entstandener Schaden wird durch schnelle und richtige Hilfeleistung begrenzt. Der Schulsanitätsdienst unterstützt das Lehrer-Kollegium im Bereich
der Prävention und Erstversorgung von Schulunfällen. Aus den Erfahrungen des Schulsanitätsdienstes können gezielt Unfallquellen in der Schule erkannt und beseitigt
werden.
Durch das Engagement im Schulsanitätsdienst und die Ausbildung in Erster Hilfe eignen sich die Schüler wichtige Schlüsselqualifikationen an, die sich im Umgang mit Mitschülern
sowie Lehrkräften widerspiegeln werden:

Soziales Lernen
Der Schulsanitätsdienst übernimmt in der Schule einen Teil Verantwortung für die Sicherheit der Mitschüler und Lehrer. In Notfällen verantworten die Schulsanitäter maßgeblich
das Wohlergehen ihrer Patienten und sie tragen Verantwortung für die ihnen zur Verfügung stehenden Räume, Geräte und Materialien.
Schulsanitäter werden ihren Mitschülern helfen, wenn diese Hilfe brauchen. Auch ihre Freizeit
werden sie mit „offeneren Augen“ für die Bedürfnisse ihrer Mitmenschen verbringen.Im Schulsanitätsdienst ist Integration eines der obersten Ziele. Helfen lernen kann und
darf jeder. Und es wird jedem geholfen, der Hilfe benötigt – unabhängig von Alter, Geschlecht, Nationalität, Religion oder Weltanschauung.
Durch ihr Auftreten in der (Schul-)Öffentlichkeit übernehmen Schulsanitäter eine Vorbildrolle,die zu bewusstem Handeln animiert.„Hände, die helfen, schlagen nicht“: Bei der Versorgung von Mitschülern mit Verletzungen
aus Gewalttätigkeiten erleben Schulsanitäter bewusst die Folgen mit Gewalt ausgetragener Konflikte und setzen sich damit auseinander.

Förderung von Handlungskompetenz
Bei Schulunfällen können Schulsanitäter aufgrund ihrer intensiven Aus- und Fortbildung kompetent helfen. Das Gefühl der Hilflosigkeit weicht.
Der Schulsanitätsdienst ermöglicht den Schülern, soziales Handeln innerhalb und außerhalb der Schule einzuüben. Starke Persönlichkeiten brauchen zur Konfliktregelung keine
Gewalt.

Persönlichkeitsentwicklung
Durch die Mitarbeit im Schulsanitätsdienst werden Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen gefördert. Hemmschwellen und Berührungsängste werden abgebaut.
Die Schüler gewinnen Eindrücke über verschiedene Lebenssituationen anderer Menschen.Sie müssen sich mit Hilflosigkeit, Angst, Scham etc. auseinandersetzen.
Die Teilnahme am Schulsanitätsdienst ist freiwillig. Vor dem Engagement der Schüler steht also eine bewusste Entscheidung – auch eine bewusste Entscheidung, für die Schulgemeinschaft
Verantwortung zu übernehmen. Der Malteser Schulsanitätsdienst bietet dadurch einen ersten Berührungspunkt zu ehrenamtlichem und sozialem Engagement.

Was ist besonders bei den Maltesern?

Das Profil des Malteser Schulsanitätsdienstes
Die Malteser verbinden mit dem Schulsanitätsdienst hohe Ansprüche: Qualität in der Bildung junger Menschen und Verlässlichkeit in der Zusammenarbeit sind Leitbild für die Malteser Schulsanitätsdienste.

Malteser Schulsanitätsdienste setzen Standards
Malteser Schulsanitätsdienste sind altersgerecht konzipiert und zielgruppengerecht auf die Interessen und Bedürfnisse der jeweiligen Altersstufen ausgerichtet. Malteser Schulsanitäter werden vom Malteser Hilfsdienst anhand professioneller Standards ausgebildet. Nach der Ausbildung sind die Schulsanitäter gut vorbereitet auf die Einsatzsituationen
in der Schule. Malteser Schulsanitätsdienste verfügen über ein auf die jeweilige Schule abgestimmtes Alarmierungssystem, einen transparenten Dienstplan mit klaren Zuständigkeiten und eine definierte räumliche und materielle Mindestausstattung. Die Schulsanitäter arbeiten im Team und haben feste Abläufe. Jeder Einsatz wird dokumentiert und nachbereitet.

Malteser Schulsanitätsdienste vermitteln soziale Kompetenz
Malteser Schulsanitätsdienste ergänzen das Bildungsangebot der Schule und können das Schulprofil bereichern, insbesondere vor dem Hintergrund von Lern- und Bildungsangeboten am Nachmittag für die Jugendlichen an ihren Schulen. Malteser Schulsanitätsdienste leisten nicht nur Erste Hilfe, sie dienen auch der Werteentwicklung und dem Aufbau sozialer Kompetenz. Malteser Schulsanitäter lernen, verantwortlich zu handeln und mutig im Team einen Dienst zu tun, bei dem es auf Zuverlässigkeit, Engagement und Teamgeist ankommt. Dies stärkt ihre Persönlichkeit, ihr Rückgrat, ihr Selbstbewusstsein. Helfen wird zur Selbstverständlichkeit.

Malteser Schulsanitätsdienste bieten zusätzliche Perspektiven
Die Malteser begleiten die Schulsanitäter kontinuierlich von der ersten Stunde an. Den Schülern in den Malteser Schulsanitätsdiensten werden umfangreiche Möglichkeiten geboten, die Malteser kennen zu lernen und bei den Maltesern mitzumachen, z.B. in der
Malteser Jugend. Die Malteser halten Angebote vor, die Schulsanitätern offen stehen und Perspektiven auch für längerfristiges Engagement und sogar berufliche Entwicklung bieten.

Malteser Schulsanitätsdienste vermitteln christliche Werte
Die Malteser gründen auf einer Jahrhunderte alten Tradition und dem Leitsatz des Malteserordens: Tuitio fidei et obsequium pauperum - Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen.
Die Malteser finden ihren Halt im christlichen Glauben, der in einem dem Menschen zugewandten Verhalten mündet. So erfahren die Schüler, dass Helfen im Schulsanitätsdienst Ausdruck gelebter Nächstenliebe ist. Dabei gilt: Mitmachen und helfen kann jeder!

Die Verbindung zwischen Malteser Ortsgliederung und Schule wird gepflegt
Malteser Schulsanitätsdienste sind in der örtlichen Malteser Gliederung verankert; sie werden von der örtlichen Gliederung betreut und haben dort einen festen Ansprechpartner. Die Malteser stimmen sich in allen wichtigen Punkten mit der Schule ab und arbeiten eng mit ihr zusammen. Ein besonderes Highlight ist der Malteser Schulsanitätsdienstpreis. Dieser wird einmal im Jahr bundesweit an Schulsanitätsdienstgruppen und einzelne Schulsanitäter durch den Geschäftsführenden Vorstand des Malteser Hilfsdienstes vergeben. Für die Schulen der Preisträger und die Malteser vor Ort ist dies eine gute Gelegenheit, die Öffentlichkeit über Qualität und Engagement der Schulsanitäter zu informieren.

Welchen Aufwand hat die Schule?

Gründung und laufender Betrieb
Als fester Ansprechpartner des Schulsanitätsdienstes innerhalb der Schule und als Brücke zur Schulleitung wird für den Schulsanitätsdienst ein Betreuungslehrer der Schule benannt. Gemeinsam mit ihm können dann die ersten Schritte für den Aufbau eines
Schulsanitätsdienstes geplant werden. Bewährt haben sich offene Info-Veranstaltungen,bei denen die Malteser die Eckpunkte einer Mitarbeit im Schulsanitätsdienst darstellen.Im Vorfeld sollten Rahmenbedingungen geklärt werden. Neben der vorgeschriebenen
Mindestausstattung für die Erste Hilfe ist für den Schulsanitätsdienst i. d. R. zusätzliches Material, beispielsweise ein Notfallrucksack, sinnvoll und notwendig. Gerne beraten wir Sie bezüglich der anfallenden Kosten für Material und Ausbildung und unterstützen Sie bei der Materialbeschaffung. Oftmals finden sich zudem vor Ort Sponsoren oder Fördervereine, die bei der Finanzierung behilflich sind.

Konkret stehen die Malteser der Schule in jeder Phase des Aufbaus und des Betriebs eng zur Seite:
Mit der Schulleitung wird der Rahmen geklärt, in dem der Schulsanitätsdienst tätig wird. Dazu gehören auch Fragen zu Sanitätsraum, Ausstattung, Betreuungslehrer, Alarmierungsweg, Vorgehen im Notfall, Dienstzeiten usw.
Die Malteser stellen die Ausbildung in Erster Hilfe und im Umgang mit hilfsbedürftigen Menschen sicher. Grundlage ist ein mehrstufiges Schulungskonzept in einem Umfang von 42 Unterrichtseinheiten, welches speziell auf die Anforderungen eines Schulsanitätsdienstes hin entwickelt wurde.
Auch nach der Grundqualifikation beraten die Malteser den Schulsanitätsdienst kontinuierlich und bilden die Schüler regelmäßig fort.
Die Schüler werden befähigt, weitgehend selbst die Organisation ihrer Arbeitsgemeinschaft übernehmen zu können. Sie wählen eine Leitung und tragen Verantwortung für die ihnen zur Verfügung gestellten Räume und Materialien. Dies ist ein wesentliches Element der Gesamtkonzeption, da die Übernahme von Verantwortung für das eigene Tun eines der wichtigsten Lernziele im Rahmen der Schulsanitätsdienst- Arbeit darstellt.
In regelmäßigen Abständen wird die Arbeit des Schulsanitätsdienstes von Schulsanitätern, Verantwortlichen der Schule und Maltesern gemeinsam reflektiert.
Die Schüler haben darüber hinaus die Möglichkeit, auch außerhalb der Schule Angebote und Fortbildungen der Malteser wahrzunehmen. Letztlich soll über das Engagement im Schulsanitätsdienst die Tür zu weiteren ehrenamtlichen Tätigkeitsfeldern geöffnet werden.

Hilfen für Helfer
In der Regel handelt es sich bei den durch Schulsanitäter betreuten Notfällen um „Routinesituationen“, die in jeder Hinsicht gut zu bewältigen sind. Dennoch ist nicht ausgeschlossen, dass es auch im Schulsanitätsdienst Ereignisse gibt, die den Rahmen der „Normalität“ in der Notfallversorgung sprengen. Im Bereich der professionellen Einsatzdienste
spricht man in diesen Fällen von „besonders belastenden Einsatzereignissen“. Die Malteser lassen Schulsanitäter natürlich auch in diesen Situationen nicht allein: Bundesweit stehen speziell geschulte Einsatzkräftenachsorge-Teams zur Verfügung, die im Ernstfall die betroffenen Helfer bei der Verarbeitung solcher Ereignisse wirksam nach den
Vorgaben der International Critical Incident Stress Foundation (ICISF) begleiten und unterstützen können. Um den besonderen Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen im Rahmen des Schulsanitätsdienstes gerecht zu werden, können die Malteser in diesen
Fällen auf ihre Zusammenarbeit mit dem Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V. zurückgreifen, um eine bestmögliche Versorgung zu gewährleisten.

Die Unterstützung kann rund um die Uhr unter der Alarmierungshotline (0221) 98 22-828 angefordert werden.

Rechtliche Grundlagen

Die gesetzliche Schülerunfallversicherung ist im 7. Buch des Sozialgesetzes (SGB VII) geregelt. Dem Schulleiter sind die sog. „Unternehmerpflichten“ übertragen, d.h. er hat für eine wirksame Erste Hilfe-Versorgung an der Schule zu sorgen. In jedem Jahr werden etwa 1,5 Mio. Schulunfälle an die Unfallversicherungsträger gemeldet, dabei werden jedoch nur die Fälle erfasst, die auf Grund ihrer Schwere eine ärztliche Versorgung notwendig machen. Darüber hinaus gibt es jedoch noch eine große Anzahl von Schülerunfällen, die „nur“ mit Maßnahmen der Ersten Hilfe versorgt werden und daher nicht gemeldet werden. Bei den jährlich rund 1,5 Mio. gemeldeten Unfällen ist jedoch auffällig, dass die Verletzten häufig ohne jede Erste Hilfe-Maßnahme dem Arzt oder Krankenhaus zugeführt werden. Das lässt darauf schließen, dass ein Großteil der Schulen ihrer gesetzlichen Pflicht der Sicherstellung einer wirksamen Ersten Hilfe nicht nachkommt. Das liegt hauptsächlich daran, dass trotz entsprechender Erlasse der Kultusminister der Länder häufig nicht genügend in Erster Hilfe ausgebildetes Lehrpersonal vorhanden ist. Der Schulsanitätsdienst stellt also eine sinnvolle Ergänzung der Ersten Hilfe an Schulen dar und lässt die Schule so ihrer Aufgabe nachkommen, das Sicherheitsbewusstsein der Schüler zu wecken und zu fördern.

Unterlassene Hilfeleistung
Nach § 323c StGB (Unterlassene Hilfeleistung) macht sich jeder, der „bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten [...] ist“, strafbar. Jedoch wird oftmals die Erste Hilfe-Leistung aus Angst vor Fehlern, Bestrafung und möglichen Schadenersatzansprüchen unterlassen.

Der Gemeindeunfallversicherungsverband (GUV) äußert sich wie folgt zur rechtlichen Situation von Ersthelfern:
„Handelt der Ersthelfer nach bestem Wissen und Gewissen und leistet er, seinen Fähigkeiten entsprechend, die ihm bestmögliche Hilfe, so braucht er grundsätzlich weder mit zivilrechtlichen noch mit strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen, die sich nachhaltig für ihn auswirken. Selbst wenn ihm bei der Hilfeleistung ein Fehler unterlaufen sollte, bleibt er straffrei, da er in jedem Fall seine Hilfe leistete, um dem Anderen zu helfen“ (GUV-I 8512).

Versicherungsfragen
Die Schüler sind während schulischer Veranstaltungen (eine schulische Veranstaltung liegt immer dann vor, wenn sie durch die Schule organisiert, durchgeführt und beaufsichtigt
wird) und auf den Wegen von und zu diesen durch die gesetzliche Unfallversicherung bei der gesetzlichen Unfallkasse gegen alle Personen- und Sachschäden versichert.
Da mit der Hilfeleistung in Notfällen immer auch eine Eigenschädigung verbunden sein kann, sind Ersthelfer (und natürlich auch Schulsanitäter) kraft Gesetzes beitragsfrei im
Rahmen der gesetzlichen Unfallversicherung gegen alle erdenklichen Personen- und Sachschäden versichert, die ihnen bei der Hilfeleistung widerfahren (vgl. GUV-I 8512).

Aufsichtspflicht
Die Aufsichtspflicht über den Schulsanitätsdienst im Schulalltag oder bei Schulveranstaltungen obliegt der jeweiligen Lehrkraft; jedoch ist eine ständige Anwesenheit eines Lehrers
nicht in jedem Falle erforderlich. Für Aktionen und Treffen des Schulsanitätsdienstes ist die Gruppenleitung oder der Betreuungslehrer verantwortlich. Die Verantwortung für
die Hilfeleistung liegt beim Lehrkörper. Die Haftung für den Schulsanitätsdienst liegt bei der Schule.

Einverständniserklärung
Da es sich beim Schulsanitätsdienst um eine außerordentliche Schulveranstaltung handelt,
sind in jedem Fall eine Information und das Einverständnis der Eltern der Schulsanitäter
erforderlich. Entsprechende Vordrucke hierzu können zur Verfügung gestellt werden.


Ihre Ansprechpartnerin

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE03370601201201216822  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7